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iberissimo: Mehr über Palmen

Baum des Überlebens

Palmen sind bis heute in ihrer tropischen und sub- tropischen Heimat für Einheimische zweifelsohne multifunktional: Nahrungsquelle und Baumaterialien- depot sowie Schattenspender. Der „Baum des Überlebens“ liefert Früchte, die gegessen werden oder deren Saft getrunken werden kann. Aus den Früchten wird auch Schnaps destilliert. Aus ihren Stämmen werden Häuser gebaut und mit den Wedeln Dächer gedeckt. Aus den Fasern können Körbe, Mobiliar, Schuhe und noch vieles mehr geflochten werden.

Die Vermehrung

Palmen zieht man im allgemeinem aus Samenkörnern heran. Hat man keimfähiges Saatgut zur Verfügung, sollte sofort mit dem Versuch begonnen werden, den die Keimkraft des Samens ist sehr kurzfristig. Die meisten Palmensamen sind sehr hartschalig. Um die Keimung zu beschleunigen, kommen die Samen entweder 48 Stunden lang in gleichmässig warmes Wasser, bei 35 bis 40 Grad Celsius, oder man überbrüht sie mit heissem Wasser (80 Grad) und belässt sie etwa einen Tag darin.

Fleischige Aussenschalen müssen jetzt entfernt werden. Dann erfolgt die Aussaat: Man kann die Samenkörner sofort in kleine Töpfe geben, bei grösseren Mengen sind Saatschalen oder die kleinen Plastgewächshäuser, zu bevorzugen.

Die Erde sollte ein lockeres Sand –Torf –Gemisch sein. Palmen sind Dunkelkeimer, d.h., sie sind mit Erde abzudecken, kleinere Samen etwa so dick wie sie selbst sind, grössere weniger. Bei der Kokosnuss, die man flachliegend ins Keimbett legt, bleibt etwa 1/3 der Nuss ausserhalb des Erdreiches.
Das Saatgut benötigt bis zum Erscheinen der Sprosse eine Bodentemperatur von 25 bis 30 ° C,
die auch nachts beizubehalten ist. Die Erde in dieser Zeit feucht halten! Eine Plastehaube oder Glas- scheibe als Abdeckung ist zu empfehlen. Die Keim- dauer währt unterschiedlich. Einige Arten brauchen nur wenige Wochen (z.B. Phönix, Chamaedorea, Howeia), andere durchaus Monate (z.B. Kokosnuss) bis die kleinen Keimlinge erscheinen. Beim ersten Umtopfen bzw. Pikieren ist darauf zu achten, dass das noch am Keimling vorhandene Samenkorn nicht abtrennen und die Keimwurzel nicht beschädigen.
Die Jungpflanzen benötigen die ersten zwei Jahre weiterhin Wärme und feuchte, gespannte Luft.
Dabei helfen Plastehauben oder Gläser.

Worauf Palmenliebhaber achten sollten

Grösse: Beim Kauf einer Palme wäre es sinnvoll, den Verkäufer zu fragen: Wie gross wird der Baum? Grundsätzlich sollte man an sein Platzangebot denken: Aus den oftmals zarten Pflänzchen beim Einsetzen entwickelt sich je nach Wuchsform ein haushohes Exemplar. Oder der Stamm wird kompakt und trägt lange Wedel, die später störend sein könnten.

Wurzeln: Das Wurzelsystem der Palmen ist in der Lage, zu kleine Töpfe oder Einfassungen zu
sprengen, nämlich dann, wenn die Wurzeln keinen Platz haben. Zumindest in eine Richtung müssen sie Ausdehnungsspielraum haben.

Pflanzzeit: Für Palmen immer mit zunehmender Wärme. Die Wärme aktiviert nach der winterlichen Kältezeit das Blatt- und Wurzelwachstum.

Pflanzloch: Es sollte, so ein Gärtnertipp, um die Hälfte breiter als der Ballen der Pflanze und um die Hälfte tiefer als die Ballenhöhe sein.

Erde: Die Erde wird mit Torf und, wenn möglich, mit Flusssand angereichert. Das hilft den Wurzeln, leicht weiter zu wachsen.

Einen Giessrand nicht vergessen

Wasser: Wässern im Hochsommer, einmal pro Woche während der Anwachsphase im ersten Pflanzjahr.

Blattschutz:

PalmeDie Blätter der Phönix  nach dem Pflanzen zusammen- binden. Wie lange, das ist unterschied- lich: Wird die Pflanze im voll durchwurzelten Container geliefert und im Frühsommer gepflanzt, können nach 6 bis 8 Wochen die Palmwedel bereits geöffnet werden. Wird die Pflanze nur mit Ballen geliefert, muss sie länger zusammengebunden sein. Andererseits: Wartet man zu lange mit dem Aufbinden, werden die Blätter innen hell. Wartet man zu lange mit dem Öffnen, kann das zum Absterben der Pflanze führen, da keine Photosynthese stattfindet. Der Bastschutz um die Wedel schützt auch die zarten inneren Blattspitzen vor der Sommerhitze. Er hilft, die Gesamtverdunstung herabzusetzen und den Winddruck zu mildern.

Stützen: Bis höhere Palmen erst mal Fuss gefasst haben, sollten sie eine seitliche Abstützung oder Ver- spannung haben, damit sich die Wurzeln verankern können.

Nachpflanzung: Grundsätzlich bei allen vor Jahren gepflanzten Palmen ist es schwer, andere daneben zu setzen. Sie bekommen in der Regel keine Chance zum Anwachsen. Werden dagegen grössere Palmen gleichzeitig mit anderen Sträuchern und Pflanzen gesetzt, gewöhnen sie sich aneinander und werden zusammen gross.

Palmenschneiden: Der Stamm entwickelt sich durch das Abschneiden des unteren Blatt- kranzes. Im Laufe der Zeit müssen immer wieder die stärkeren zum Boden herunterhängenden unteren Palm- blätter abgesägt werden. Jedes mal bleibt ein Stück Stumpf stehen. Durch diesen Rückschnitt (Poda) nimmt der Stamm auf Grund der stehen gelassenen Endstücke der Palmwedel nach und nach die bauchig – ovale Form einer Ananasstaude an.

Ist der Stamm etwa einen Meter hoch ist es ratsam einen Palmenschneider kommen zu lassen, der mit speziellen Haumessern den bauchigen Stamm der Palme glättet. Die Profihand an die Palme zu legen ist notwendig: Palmenstämme bleiben hübsch glatt. Der Palmenschneider bewahrt die Palme auch vor Ungezieferbefall. Beim Stammglätten werden alle faserigen Zwischenräume an den Stümpfen des Stammes entfernt, die ein idealer Nährboden für unerwünschte Insekten sind. Die Larven der Insekten fressen sich in den Stamm hinein, und die Palme würde absterben.

>> iberissimo: Palmen Teil 1

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